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Die
Provinz Almería
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Es ist noch nicht so lange her, dass die Provinz Almería zu den ärmsten Regionen Andalusiens zählte. Mit dem Eintritt Spaniens in die Europäische Union sollte auch dieses Gebiet für die Industrialisierung erschlossen werden. Es begann mit dem Strassenbau, dann ging es bergauf mit der Wirtschaft. Die Küste bekam ihren Tourismus mit Schwerpunkt westlich von Almería, aber auch im Hinterland wurde die andalusische Sonne vermarktet, wenn auch auf andere Art. In den meist breiten, flachen Flusstälern im Meernähe wird das Gemüse kultiviert, dass im Winter in Mitteleuropa zu kaufen ist. Relativ unangetastet blieben die nach wie vor noch recht unwegsamen Gebirgszüge. Die moderne Landwirtschaft hat in den Bergen, wo wegen der Geländeform die Arbeit nicht zu mechanisieren ist, zur Landflucht geführt. Die alten Häuser verfallen, das Land wird nicht mehr kultiviert und nur noch von einigen Ziegenhirten genutzt, die aber inzwischen auch im Dorf wohnen. |
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Klimatisch gehört die Region mehr zu Afrika als zu Europa. In Tabernas ist die (bisher) einzige Landwüste Europas. Laut Statistik scheint die Sonne an 340 Tagen im Jahr. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Durchschnitt ca. 200 l/qm. Dieser Regen fällt zum grössten Teil in den Monaten Oktober bis April. Bei uns ist Frost selten, Schneefall eine Sensation, und wenn es regnet, freuen sich unsere Gäste mit uns über die Niederschläge, die das Land so nötig braucht. Die Temperatur ist das ganze Jahr über recht angenehm, auch die Hochsommermonate Juli und August sind erträglich, wenn man nicht körperlich arbeiten muss. Unser Gebirgszug, die Sierra Cabrera, liegt Dank des relativen Wasserreichtums wie eine grüne Insel in einer wüstenhaften Umgebung. Vor ca. 40 Jahren wurden die letzten Höfe aufgegeben; die Bewohner zogen ins Dorf, man sagt, wegen der damals eingeführten Schulpflicht für die Kinder. Wir glauben, dass man froh war, das beschwerliche Bergbauernleben aufgeben zu können. Im Dorf lebte man bedeutend bequemer von dem Geld, welches einige Familienmitglieder in den nordspanischen Städten oder auch in Frankreich und Deutschland verdienten und heimschickten. Heute kommen viele dieser "Gastarbeiter der ersten Generation" mit ihren Ersparnissen und vielleicht auch mit den in der grossen weiten Welt aufgewachsenen Kindern zurück und beleben nun die hiesige Wirtschaft. |
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| Touristisch wird unsere Sierra kaum genutzt, Tourismus spielt sich an der Küste ab. Und eben das ist es, was dieses Hinterland für Ruhe statt Rummel suchende Urlauber interessant macht. In den Dörfern und kleinen Weilern fühlt man sich nicht unerwünscht, sondern als gern gesehener Gast, wenn auch die Einheimischen nicht so ganz nachvollziehen können, was wir an dieser Bergeinsamkeit so toll finden. | |
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